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2. Rennen des Ü40-Cup Stendal 24. – 25.04. Drucken E-Mail
Geschrieben von Trainingsfrei   
Donnerstag, 06. Mai 2010

  Nachdem ich das erste Rennen im Rahmen der Motorradmesse in Saarbrücken miterleben dürfte stand für mich fest das ich dem Ü40-Cup 2010 bei seiner Reise durch die Republik und Belgien zu den verschiedenen Rennen folgen werde.

 

Am 24.-25.04 sollte nun der zweite Auftritt der „Altherren-Truppe“ auf dem Flugplatz in Stendal-Borstel folgen. Zwei Wochen vor dem Rennen schicke ich dem Pressekoordinator des ADAC den Presseakkreditierungsantrag. Zwar ohne Presseausweisnummer aber mit dem Zusatz das ich Bilder und Berichte für Supermoto-NRW und die Zeitschrift Supermoto-Aktuell von den Rennen des Ü40-Cup im Rahmen der Supermoto-IDM machen möchte. Kaum ist der Beitrag über den Versand des Antrages im Supermoto-NRW Forum eingestellt bietet mir Harro in seiner Funktion als Ü40-Cup Organisator den ehrenamtlichen Job des Pressesprechers für den Cup an. Da ich sowieso zu den Rennen fahren wollte sage ich zu den Job zu übernehmen. Alles in Butter denke ich. Du bist bei den Rennen dabei und darfst offiziell über den Cup berichten. Das Leben ist schön ...dachte ich jedenfalls.....

23.04: Ich sitze voller Vorfreude im Büro. Noch fünf Stunden Schreibtischtäter dann nach Hause, den Bus packen und ab in den wilden Nordosten. Die Freude hällt bis ich meine E-Mails abrufe und eine Mail vom Pressekoordinator des ADAC im Postfach finde: „...leider können wie Ihrer Bitte nicht entsprechen ...bla, bla, bla ...wir werden aber versuchen bei den nächsten Rennen ...bla, bla, bla...!“

Erst enttäuscht dann stinksauer setze ich einen, nicht wirklich netten, Beitrag in das Internetforum aus dem der Cup entstanden ist. Eine Blitzmail von Harro nimmt etwas den Frust. Er verspricht sich persönlich dafür einzusetzen das ich als Pixelfroster auf die Strecke darf. Ich sollte aber, um unnötigen Stress zu vermeiden den Beitrag im Forum noch mal überdenken. Ok, ich lösche die nicht netten Stellen und warte was passiert. Gegen Mittag erhalte ich eine weitere Mail von Harro mit dem Inhalt das meine Absage überdacht wird. Abends telefoniere ich mit Harro der mir mitteilt das ich Samstags definitiv auf die Strecke darf der Sonntag aber noch nicht feststeht. Wie auch immer, es wäre schön wenn ich in Stendal auftauchen würde. Bis 23.00 Uhr überlege ich hin und her sich ob der Weg von fast 900km lohnt wenn ich mir das Spektakel nur von den Zuschauerrängen ansehen darf. Dann steht fest ...sch... drauf, ich fahre!!

 

24.04.: Das Zeittraining soll um 8.00Uhr starten, um rechtzeitig vor Ort zu sein starte ich um 2.30Uhr mit meinem 5-Zylinder Schiffsdiesel. Nach einer 442km langen, ereignislosen, Fahrt rausche ich um 7.00Uhr ins Fahrerlager. Überrascht stelle ich fest das ich diesmal mit meinem VW T4 keinen mehr wecken muss, das gesamte Fahrerlager scheint schon auf den Beinen zu sein. Erfreulich. Weniger erfreulich ist das selbst von den Ü40-Cup nicht jeder Harro kennt. Die suche gestaltet sich daher etwas schwieriger aber letztlich finde ich Ihn doch. Nach Austausch der obligatorischen Freundlichkeiten mit Ihm und einigen mir bekannten Cupfahrern mache ich mich auf die Suche nach dem Pressebüro um das leidige Thema „Presseakkreditierung“ hinter mich zu bringen. Im Pressebüro erklären mir zwei Blondchen das der Chef noch im Bett liegt weil er nen schweren Tag hatte. Da stellt sich mir die Frage, wer hatte den nicht?

Eine Runde um die Strecke und zwei Kaffee später kommt mir der Pressekoordinator entgegen und begrüßt mich mit dem Satz: „Sei nicht so angefressen!“ Obwohl ich, aus meiner Sicht, dazu allen Grund habe entwickelt sich ein konstruktives Gespräch das mit einer Dauerakkreditierung für die gesamte Saison endet. Bilder von den Ü40-Cup Läufen sind somit sicher, Bilder von den C- und S-Klassen sind bei großem Fotografenandrang am Sonntag evtl. nicht möglich. Mal sehen wie sich das ganze entwickelt.

 

An dieser Stelle füge ich den offiziellen Bericht über den Ü40-Cup ein:

 

Bei besten äußeren Bedingungen traf sich am 24.-25.04.2010 der Tross der Ü40-Cup Fahrer auf dem Flugplatz in Stendal-Borstel um beim 2. Rennen der Saison den Lauf

3 & 4 auszutragen.

Auch wenn hier schon das erste Drittel der Saison beendet wird und man der Cupentscheidung wieder einen Schritt näher kommt herrschte eine gelöste und entspannte Stimmung im Fahrerlager. Das Wetter ließ auch keine Chance schlechte Laune aufkommen zu lassen. Nachdem der Frühdunst sich aufgelöst hatte brannte die Sonne mit frühsommerlichen Temperaturen vom einem blauen, wolkenlosen, Himmel. Diese Wetterkonditionen trugen dazu bei dem einen oder anderen Fahrer seine konditionellen Defizite klar aufzuzeigen.

 

Zeittraining: Ging es bei den freien Trainings des frühen Samstagmorgens noch locker und entspannt zu war um genau 14.10 Uhr die Zeit der Freundlichkeiten vorbei, das Zeittraining stand an. Schnell stellte sich heraus das die Fahrer die in den freien Trainings dominiert hatten auch die ersten zwei Startreihen unter sich ausmachen würden. Andreas Glassl sicherte sich dann auch mit einer Zeit von 1:23,074 die Pole Position. Mit einem Abstand von 0,7 sec. fuhr Kevin Dietze auf Startplatz 2. Die erste Startreihe wurde von Christian Klipfel und Helmut Peter komplettiert. Cup-Chef Harald Wirtz erreichte mit einer 1:30,861 den Startplatz 12 in Reihe 3 und wirkte nach dem Zeittraining nicht 100% zufrieden. Angelika Otto, die einzige Dame im Starterfeld, erreichte mit einer Bestzeit von 1:37,156 Startplatz 30 uns stellte damit klar das Frauen im Ü40-Cup nicht nur dazu da sind um das Starterfeld zu füllen. Den Kampf um die Rote Laterne in der Startaufstellung entschied klar Rene Wiest, mit einem Rückstand von 3,5 sec. auf den vorletzten Startplatz, für sich.

 

Lauf 1: Um exakt 17.12 Uhr am Samstag wurde der 1. Lauf unter Teilnahme aller 34 genannten Fahrer gestartet. Noch in der ersten Runde waren sich Harald Wirtz und Harry Bollinger beim letzten Sprung im Offroad nicht ganz über die Vorfahrt klar, verhakten die Lenker, und mussten beide zu Boden. Während Harald Wirtz mit Platzverlust das Rennen wieder aufnehmen konnte schied Harry Bollinger verletzungsbedingt aus. Kevin Dietze, von Platz 2 gestartet, fuhr sich im Laufe des Rennens einen respektablen Vorsprung von fast 12 Sekunden auf den Zweitplatzierten Andreas Glassl heraus. Platz 3 & 4 gingen nach 10 Runden an Christian Klipfel und Helmut Peter. Die größten Platzgewinne des Rennens konnten Mike Grodtmann und Joerg Gregor für sich verbuchen, von Platz 17 bzw. 18 gestartet kamen sie auf Platz 9 und 10 ins Ziel. Angelika Otto konnte auch im Rennen die auf die Plätze verwiesenen Herren hinter sich halten. Einer der Pechvögel des ersten Laufes war der „König des Jägermeisters“ (Zitat von „the Voice“) Matthias Bremer. In Runde 6 verweigerte seine KTM unter lautem Geschrei den Gangwechsel und er musste sein Arbeitsgerät abstellen. Die Yamaha von Achim Freund, wohl der Meinung ihrem Piloten helfen zu müssen, warf die vorderen Bremsbeläge von sich. Da sich der Gewichtsvorteil wegen fehlender Bremsleistung nicht in bessere Rundenzeiten umsetzen lies gab er das Rennen auf. Die Ehrennadel der Gleichmäßigkeitsprüfung müsste an Ernst Welf gehen. Auf Platz 19 für Mad Mäxle e.V. gestartet lief er auch auf diesem Platz ins Ziel ein.

 

Nachdem einige Fahrer des Cup sich noch das letzte Rennen der Amateure angesehen haben, der Motorenlärm nachgelassen hat und Ruhe über der Strecke einkehrt gehen die meisten zum gemütlichen Teil des Rennwochenendes über und werfen die Grills an. Die Ruhe hält aber nur solange an bis DJ Mattes seine Fahrerlager-Beschallungsanlage gestartet hat. Unnötig zu erwähnen das ein namhafter Kräuterlikör bei der folgenden Fahrerlagerparty eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Nach 20 Stunden unter Strom bekomme ich das Ende der Party nicht mehr mit, der Körper fordert seinen Tribut.

 

25.04.: Gegen 7.00Uhr krieche ich, mit noch nicht ganz offenen Augen, aus dem Bus und sehe mich einer feuchten Hundenase gegenüber. „Schöner Morgen, oder? begrüßt mich das Herrchen der Hundenase. Es wird für mich immer ein Geheimnis bleiben wie Leute kurz nach Sonnenaufgang schon so fröhlich sein können. Um lange diesem Gedanken nachzuhängen fehlt mir die Zeit. Um 8.00Uhr startet das warm-up des Ü40-Cup. Auf dem Weg zur Strecke stelle ich mir die Frage ob DJ Mattes es schafft seine KTM zu überreden ohne wiederrede ihren Job zu machen. DJ steht aber grinsend wie immer im Vorstart, die spiele können also beginnen.

 

Lauf 2: Im Warm-up deutete Helmut Peter an das an diesem Sonntag ein Podestplatz dick in seinem Pflichtenheft stand. Er steuerte seine Yamaha mit der drittbesten Zeit um den Kurs. An die Zeiten der ersten beiden in der Startaufstellung kam im Warm-up niemand heran. Damit stand jetzt schon fest das die beiden auch im zweiten Lauf den Sieg unter sich ausmachen würden sollte die Technik mitspielen.

Zum zweiten Lauf traten Harry Bollinger und Achim Freund verletzungsbedingt nicht an. Bittere Nullrunde für Harry Bollinger der schon beim ersten Rennen in Saarbrücken nicht den Sprung ins A-Finale geschafft hatte und ohne Punkte die Heimreise antreten musste.

Gestartet wurde der 2. Lauf um 10.05 Uhr in der gleichen Startaufstellung wie beim 1. Lauf am Samstag. Diesmal ließ sich Andreas Glassl von Kevin Dietze nicht die Butter vom Brot nehmen, verteidigte seine Pole Position und donnerte mit 3,5 sec. Vorsprung durchs Ziel. Helmut Peter konnte seine Performance aus dem Warm-up im Rennen umsetzen und fuhr als dritter ins Ziel. Die größten Positionswechsel gab es zwischen Platz 8 und 25. Hier wurde mit Spaß um jeden Meter gefochten. Den größten Sprung machte hier Mike Grodtmann der von Position 17 gestartet das Rennen auf Platz 8 beenden konnte. Angelika Otto hatte sich auf die Fahne geschrieben an diesem Sonntag anzugreifen und konnte die noch am Vortag vor ihr platzierten Gregers Sorensen und Ulrich Opatz hinter sich lassen. Christian Kögel und Ulrich Opatz fuhren nach dem Motto: „Bloß keinen Mist bauen!“ ihre Startplätze ins Ziel. Joerg Goess verteidigte auch im zweiten Lauf seine „Rote Laterne“ die er auch im ersten Rennen aus der Arena getragen hatte. Somit war klar das Holger Rosenbaum der vor dem Start noch orakelte: „Heute werde ich bestimmt letzter!“ diese Ansage auf das nächste Rennen im belgischen Bilstain verschieben muss. Etwas Pech hatten bei diesem Rennen Christian Klipfel und Rene Wiest die ihre Renngeräte mit technischen Problemen abstellen mussten. Besonders tragisch war der Ausfall für Rene Wiest der auch in diesem Lauf erfolgsversprechend auf Platz 3 lag.

 

Besonders zu erwähnen ist das es selbst bei einem Leistungsunterschied von fast 20 Sekunden in den Rundenzeiten zwischen dem schnellsten und langsamsten Fahrer nie zu wirklich haarigen Aktionen kam. Die Aussage einiger Fahrer kann auch vom Schreiber dieses Berichtes nur unterschrieben werden: Ü40-Cup rockt!!

 
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